A IV-17

Verfahrenskodex zur Vermeidung bzw. Verminderung der Mykotoxin-Belastung von Getreide mit Anhängen zu Ochratoxin A, Zearalenon, Fumonisinen und Trichothecenen*

CAC/RCP 51-2003, Rev. 1-2014
nicht-amtliches Inhaltsverzeichnis
1.

Das Auftreten von Ernteerzeugnissen, die mit Mykotoxinen belastet sind, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vollständig unterbinden. Die Erarbeitung und Verabschiedung eines Allgemeinen Verfahrenskodex seitens des Codex Alimentarius sorgt dafür, dass alle Länder eine einheitliche Handreichung erhalten, auf die sie zurückgreifen können in ihrem Bestreben, die Verunreinigung mit verschiedenen Mykotoxinen unter Kontrolle zu bringen und zu bekämpfen. Damit dieser Verfahrenskodex auch von Nutzen sein kann, müssen sich die landwirtschaftlichen Erzeuger in den einzelnen Ländern zunächst mit den darin dargelegten allgemeinen Grundsätzen unter Berücksichtigung der an ihrem jeweiligen Standort angebauten Kulturpflanzen, des dort herrschenden Klimas und den standortspezifischen agrartechnischen Arbeitsweisen befassen, bevor sie dann die Umsetzung der in diesem Kodex enthaltenen Regeln in Angriff nehmen können. Die Landwirte müssen sich vor allem darüber im Klaren sein, dass bei den Maßnahmen zum Schutz vor einer Getreideverunreinigung mit Mykotoxinen die Einhaltung guter landwirtschaftlicher Praktiken an erster Stelle steht, gefolgt von der Anwendung guter Herstellungspraktiken bei der Handhabung, Lagerung, Be-/Verarbeitung und dem Vertrieb von Getreide für Nahrungs- und Futtermittelzwecke.

2.

Die Empfehlungen zur Verminderung des Mykotoxingehalts in Getreide bestehen aus zwei Teilen: empfohlene Arbeitsweisen auf der Grundlage der guten landwirtschaftlichen Praxis (GLP) und der guten Herstellungspraxis (GHP); ein in diesem Zusammenhang künftig zu berücksichtigendes, ergänzendes Managementsystem ist das HACCP-System (Hazard Analysis Critical Control Point).

3.

Der vorliegende Allgemeine Verfahrenskodex enthält allgemeine Grundregeln zur Verminderung des Gehalts an verschiedenen Mykotoxinen in Getreide, die von den nationalen Behörden sanktioniert werden sollten. Die nationalen Behörden sollten die Landwirte darüber aufklären, welche Umweltfaktoren auf Hofebene die Infektion, das Wachstum und die Toxinbildung in Getreide begünstigen. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass sich die für eine bestimmte Nutzpflanze geeigneten Konzepte hinsichtlich des Anbaus, der Pflege auf dem Feld und der Behandlung nach der Ernte an der Jahreswitterung, den am jeweiligen Standort heimischen Kulturpflanzenarten und den dort herkömmlicherweise vorhandenen Anbaubedingungen orientieren müssen. Es bedarf der Entwicklung preisgünstiger und genauer Methoden zur Schnellbestimmung und entsprechender Probenahmepläne, mit Hilfe derer sich Getreidelieferungen ohne unbillige Störung der betrieblichen Abläufe untersuchen lassen. Es sollten Vorgaben existieren, wie mit Getreide, von dem möglicherweise eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und/oder Tier ausgeht, ordnungsgemäß verfahren wird, etwa durch Sortierung, Aufbereitung, Rückruf oder die Zuführung zu einem anderen Verwendungszweck. Die nationalen Behörden sollten die Erforschung von Methoden und Techniken fördern, mit denen sich die Verpilzung auf dem Feld und während der Ernte und Lagerung vermeiden lässt.


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Anmerkungen

Bezeichnung des Verfahrenskodex in drei Sprachen des Codex Alimentarius

Englisch:

Code of practice for the prevention and reduction of mycotoxin contamination in cereals, including annexes on ochratoxin A, zearalenone, fumonisins and tricothecenes

Französisch:

Code d’usages en matière de prévention et réduction de la contamination des céréales par les mycotoxines, y compris les appendices sur l’ochratoxine A, la zéaralénone, les fumonisines et les trichothécènes

Spanisch:

Código de prácticas para prevenir y reducir la contaminación de los cereales por micotoxinas