Wasser in seiner ursprünglichen Form, chemisch-physikalisch und auch evolutionär betrachtet, ist das Lebenselixier unseres Planeten Erde und die Grundlage für das Leben auf der Erde.
In diesem Buch sollte es ursprünglich nur um „Wasser in der Lebensmittelindustrie“ gehen, mit dem Schwerpunkt auf deutsche Verhältnisse und Strukturen.
Ein auf den ersten Blick einfaches Unterfangen, hatte der Autor doch bereits 2021 das Kapitel „Wasser im Lebensmittelbetrieb“ im „Handbuch Lebensmittelhygiene“ überarbeitet. In diesem Buch wird sehr verkürzt, fast unfachlich, von „der Lebensmittelindustrie“ gesprochen, obwohl es sich um ein Konglomerat unterschiedlichster Einrichtungen, Unternehmen und Aktivitäten handelt. Dessen ist sich der Autor bewusst. Trotzdem erfolgt eine quasi eindimensionale Betrachtung solcher Einrichtungen unter dem Pfad Wasser. Eine verstärkte Differenzierung erfolgt lediglich in die Bereiche lebensmittelverarbeitende und lebensmittelerzeugende Industrie, da hier doch deutlich unterschiedliche Notwendigkeiten und Bedarfe für die Ressource Wasser existieren.
HINWEIS
Letztendlich können alle Pfade der Ver- und Entsorgung von Energie-, Roh- oder Halbwaren, Verkehrsflüsse, Geldströme etc. eingegrenzt werden. Diese Sicht- und Vorgehensweise hatte der Autor als technischer Projektleiter des ÖKÖ-Audits bei einem mittelständischen Solarunternehmen kennen gelernt und als sehr hilfreiches Analysetool erfahren. In der weiteren beruflichen Laufbahn kamen die Abläufe und die Einführung von DIN 9001-Strukturen hinzu, welches die Thematik Qualitätsmanagement für den Dienstleistungssektor fokussiert. Auch hier steht das eindimensionale Analysieren einzelner Pfade zur Ermittlung von Schwachstellen und Potentialen an erster Stelle. Diese Erkenntnisse werden dann später wieder ausgeweitet auf das gesamte Unternehmen. Das dürfte für die meisten Leser aus den Lebensmittelbereichen in einem viel detaillierten und präziseren Umfang tagtägliche Praxis sein und soll hier nicht weiter vertieft werden.
Aufgrund der sich anscheinend immer stärker abzeichnenden Dynamik vor allem im Bereich der Extremwettersituationen, hat sich der Inhalt des Buchs mehr und mehr zu einer Betrachtung „Wasser in der Lebensmittelindustrie heute und in Zukunft in Deutschland und weltweit „entwickelt. (Aufmerksame Leser werden sich an die Vorgaben der KRITIS-V und anderer Regularien erinnern.)
Auf diese spannende und wahrscheinlich auch dramatische Reise will Sie der Autor mitnehmen, die einzelnen Punkte beleuchten und einige mögliche und sinnvolle Ansätze vorstellen. Im Text wird – wissenschaftlich möglichst korrekt – von Wahrscheinlichkeiten, Prognosen, aber auch Potentialen und Möglichkeiten gesprochen.
In naher Zukunft dürfte sich der Satz „Öl – das flüssige Gold“ verändern in „Wasser – das flüssige Gold“. Und wie bei Öl ist auch hier die Menge und der Ort mitentscheidend, ob es nicht auch gleichzeitig Fluch und Segen ist.
Und genau solche Ereignisse zeigen sehr deutlich den Einfluss des Klimawandels auf die Stärke zukünftiger Klimaereignisse. Der Umgang mit Hitze, Trockenheit bei dann häufiger auftretenden Starkregenereignissen wird verstärkt unser Leben bestimmen. Dies wird sich auch in den rechtlichen Vorgaben von Bund, Land und Kommunen widerspiegeln und sicher auch alle Lebensmittelbereiche betreffen. Für die Lebensmittelindustrie bedeutet dies ebenfalls eine Umstellung, denn schon immer war Wasser zentral für die Lebensmittelproduktion und -Verarbeitung.
In den heutigen menschlichen Gesellschaften und staatlichen Strukturen ist Wasser, vor allem Trinkwasser, eine der zentralen Lebensadern von Wirtschaft, Industrie, technischer Infrastruktur, dem Gesundheitswesen und mit dem Fokus des Buches, allgemein der Lebensmittelproduktion.
Und natürlich wird auch normales Süßwasser zum Bewässern von Pflanzen und zum Tränken von Tieren benötigt – zwei der wichtigsten Lebensmittelbereiche. Auch diese Ressource wird aller Wahrscheinlichkeit von zukünftigen Einschränkungen betroffen sein, weshalb ein Um- oder Weiterdenken von allen gesellschaftlichen Akteuren notwendig sein wird.
Dieses Buch versucht, die aktuelle Situation, die möglichen Entwicklungen und auch bereits existierende Konzepte und Lösungen gerade auch für den Lebensmittelbereich darzustellen. Viele aktuelle Regelungen, u. a. die EU-Water-Reuse-Verordnung, tragen den im Buch geschilderten Punkten Rechnung. Vor allem machen sie deutlich, was Wasser letztlich ist: die wichtigste Quelle unseres (Über)Lebens.
Neben all den Hiobsbotschaften sollen hier einige zuversichtlich stimmende Ansätze aufgezeigt werden, in der Hoffnung, dass diese zu einer an die sich abzeichnenden „neuen“ Umweltbedingungen angepassten Lebensmittelindustrie beitragen können.
Haan, den 10.02.2025