110. Aktualisierung – Mai 2026

Regenbogenkompetenz – LSBTI*Sensibilität in der Pflegepraxis | Kap. C 7.8

Joachim Berga

Die Pflege steht für eine würdevolle, respektvolle und personenzentrierte Versorgung aller Menschen. In einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft gehört dazu auch die Sensibilität gegenüber unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten. Dennoch erleben lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und weitere queere Menschen (LSBTI*) im Gesundheits- und Pflegebereich noch immer Unsicherheiten, Vorurteile oder fehlendes Verständnis für ihre Lebensrealitäten.

Mit dieser Schulungseinheit vermitteln Sie Ihrem Team grundlegendes Wissen über sexuelle Vielfalt und geschlechtliche Identität sowie über die besonderen Herausforderungen, mit denen LSBTI*-Personen im Pflegealltag konfrontiert sein können. Ziel ist es, Unsicherheiten abzubauen, Vorurteile zu reflektieren und eine professionelle, diskriminierungssensible Pflegepraxis zu fördern. Die Teilnehmenden lernen zentrale Begriffe und Dimensionen der Geschlechtsidentität kennen, erhalten Einblick in unterschiedliche sexuelle Orientierungen und setzen sich mit gesellschaftlichen Normen wie der Heteronormativität auseinander. Darüber hinaus wird aufgezeigt, welche Auswirkungen Diskriminierung und Minderheitenstress auf die gesundheitliche Situation von LSBTI*-Menschen haben können.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung im Pflegealltag. Die Schulung vermittelt Handlungsempfehlungen für eine respektvolle Kommunikation, eine diversitätssensible Gestaltung der Pflegeumgebung sowie den professionellen Umgang mit individuellen Lebensgeschichten und Partnerschaften.

Ziel der Fortbildung ist es, die sogenannte Regenbogenkompetenz im Pflegeteam zu stärken. Pflegekräfte sollen befähigt werden, allen Menschen – unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität – mit Offenheit, Respekt und fachlicher Sicherheit zu begegnen. Dadurch wird ein Pflegeumfeld geschaffen, in dem sich Patientinnen, Patienten und Bewohnerinnen und Bewohner sicher, respektiert und angenommen fühlen können.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Schulungseinheit!