Vorwort

Der Schutz der Gesundheit und vor Täuschung stand auch im Jahr 2022 im Fokus der Lebensmittelüberwachung.

Neben mikrobiologischen Untersuchungen, Untersuchungen auf Höchstgehalte und Rückstände sowie sonstige Untersuchungen zur Zusammensetzung von Lebensmitteln liegt ein Schwerpunkt auch 2022 in der Kennzeichnungsprüfung durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden.

Eine Durchsicht der Jahresberichte 2022 der Überwachungsbehörden der Bundesländer zeigt dabei, dass mit neuen Untersuchungsmethoden, insbesondere zur Authentizität von Lebensmitteln, ein besonderer Fokus auf der Aufdeckung von „Schwindeleien“ und Irreführung liegt. In diesem Rahmen sind die Behörden dabei, Datensammlungen zu erstellen, um verlässliche Vergleichswerte zu ermitteln, anhand derer sicher Rückschlüsse auf die Herkunft von Lebensmitteln und Zutaten erfolgen sollen. Dies betrifft sowohl pflanzliches als auch tierisches Material und erfasst daher die gesamte Branche.

Wie sich aus der Auswertung der Jahresberichte ergibt, sind nach wie vor Fehler bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln einer der häufigsten Beanstandungsgründe der Überwachungsbehörden. Die einzelnen Jahresberichte geben teilweise einen guten Überblick über mögliche Fehlerquellen, Analysemethoden der behördlichen Labore und deren Rechtsauffassungen. Daher können die Berichte die in der Lebensmittelbranche tätigen Unternehmen bei der Überprüfung der eigenen Kennzeichnung auch im Hinblick auf etwaige irreführende Auslobungen unterstützen. Allerdings ist jeder einzelne Bericht anders strukturiert, unterschiedlich detailliert und setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Es kann deshalb müßig für ein Unternehmen sein, in den einzelnen Jahresberichten die relevanten Passagen zu finden.

Aus diesem Grund fasst die hier vorliegende Broschüre die Berichte der einzelnen Bundesländer nach umfassender Auswertung zusammen. Sie gibt einen systematischen Überblick über die am häufigsten festgestellten Fehlerquellen im Bereich der Lebensmittelkennzeichnung und soll den in diesem Bereich tätigen Unternehmen als Hilfestellung dienen. Seitenwechsel

Die Jahresberichte werden regelmäßig erst im Folgejahr erstellt. Nachdem in den Jahren der Coronapandemie einige Bundesländer keine Jahresberichte veröffentlicht hatten, scheinen die meisten Länder nun zu ihrer gewohnten Routine zurückgekehrt zu sein. Bis zum Redaktionsschluss dieser Broschüre hatten jedoch die Länder Schleswig-Holstein und das Saarland noch keine Jahresberichte über die Ergebnisse der Überwachungsbehörden für das Jahr 2022 veröffentlicht. Allerdings veröffentlichte Schleswig-Holstein den letzten Jahresbericht für 2020, das Saarland sogar zuletzt für das Jahr 2016. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Sicher erscheint jedoch, dass die Gründe wohl kaum ausschließlich in der Coronapandemie zu suchen sind. Die Ergebnisse der Überwachungen in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Saarland bleiben daher bedauerlicherweise in diesem Bericht weiterhin unberücksichtigt.

Diese Broschüre umfasst somit eine Zusammenfassung der Jahresberichte aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Hamburg, Juni 2024

Kerstin Dieter Seitenwechsel